Projekte

Das Modell Schülerhaushalt kann in Serie gehen!

Wie kommen wir nach nur einem Probelauf zu diesem, alle Zweifel ausschließenden Ergebnis?


Wenn sich Schülerinnen und Schüler von den sie umgebenden und begleitenden Erwachsenen ernst genommen wissen, gehen sie selbst eben auch eigenverantwortlich und ernsthaft mit ihren Ideen und Vorschlägen um. Und genau hier wirkt der Schülerhaushalt mit seinen real vorhandenen EUROS schon fast wie ein Wunder! Denn die Gewissheit, dass die Ideen und Vorschläge zu verwirklichen sind, weckt und fördert das Interesse, den Lebensmittelpunkt Schule mitzugestalten. Oder anders ausgedrückt: Geld hat dem Ganzen Ernsthaftigkeit gegeben!

Der Schülerhaushalt bietet die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler ihnen wichtige Ideen und Vorschläge zusammentragen und in gemeinschaftliche Willensbildung einbinden. Das fördert das gemeinsame Wollen und die Identifizierung mit ihrer Schule.

Und so ganz nebenbei lernen Lehrerinnen und Lehrer ihre Schülerinnen und Schüler mit ihren Interessen und ihrem Engagement besser kennen. Insofern bietet der Schülerhaushalt einen gemeinsamen Lernprozess für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an, bei dem Schülerinnen und Schüler ihrem begründeten eigenen Willen und Wollen nachgehen können und sollen. So rücken sie vom Rand in die Mitte der Gesellschaft, aus oftmals behandelten Objekten werden handelnde Subjekte! Genau das wollen wir doch – oder nicht?

Eine beeindruckend starke Rolle haben die SVen (Schülerinnen- und Schülervertretungen) gespielt. Mit dabei waren die Albert-Schweitzer-Realschule aus dem Stadtbezirk Mengede, die Fröbelschule aus dem Stadtbezirk Brackel, die Libellen-Grundschule aus dem Stadtbezirk Innenstadt-Nord und das Stadtgymnasium aus dem Stadtbezirk Innenstadt-Ost. Sie moderierten die Auftaktveranstaltungen mit teilweise deutlich über 100 Anwesenden, holten die Bezirksbürgermeister ins Gespräch, koordinierten den Prozess der Ideensammlung und organisierten den „Tag der Entscheidung“, sprich die Wahl am 08. Juni 2015. Dieser Tag hatte es in sich: Professionelle Wahllokale, hohe Wahlbeteiligung, stimmungsvoll und spannend … Diese Wahl war ein richtiger Lernerfolg und ein echtes Demokratieerlebnis. Wenn das bei Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen und bei den Wahlen zum Europaparlament doch auch so wäre!

Die Resonanz auf der politischen Ebene blieb (und bleibt hoffentlich auch weiterhin) nicht aus. Die jeweils zuständigen Bezirksbürgermeister kamen zu den Auftaktveranstaltungen, riefen die Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen auf und waren zugleich vom sichtbaren Engagement der Schülerschaft beeindruckt. Damit einher ging das Angebot, über die Wahlen und deren Ergebnisse in den Bezirksvertretungen zu berichten, verbunden mit Aussicht auf zusätzliche Finanzmittel.

Der Erfolg des Projektes Schülerhaushalt stellte sich auch ein, weil die Kooperative von Dortmunder Stiftung Jugend und Demokratie, Jugendring Dortmund und Jugendamt/Kinder- und Jugendförderung von Beginn an den Prozess konzeptionell und organisatorisch entwickelte und begleitete. Es wäre zu wünschen, wenn diese Form der Kooperation künftig auf andere Bereiche der Schul- und Bauverwaltung der Stadt Dortmund hin erweitert werden könnte. So ließen sich beispielsweise frühzeitig über den Weg der Kommentierung Möglichkeiten und Chancen einzelner Ideen und Vorschläge realitätsnäher abwägen.

Unser Wunsch an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Dortmund: Stellt für das kommende Schuljahr ausreichend Euros zur Verfügung, dass pro Schultyp eine Schule „in den Genuss“ des Schülerhaushalts kommt!

Für die Dortmunder Stiftung Jugend und Demokratie:

Katharina Civis & Josef Niehaus

Mitglieder des Stiftungsrates


Bilder

Das Projekt Schülerhaushalt –

Mehrwert für Dortmund


Imagegewinn

Dortmund verwirklicht mehr Demokratie, setzt neue Maßstäbe – gerade bei und mit jungen Menschen und mit Wirkung über die Stadtgrenzen hinaus.

Das Projekt Schülerhaushalt setzt dem Image Dortmunds, eine Hochburg der Rechten zu sein, einen positiven Kontrapunkt entgegen. Nicht die dumm-dämlichen Anfragen der Rechten im Rat der Stadt bestimmen das Ansehen Dortmunds „in aller Welt“, sondern die weit über das übliche Maß jugendlicher Beteiligung hinausreichende Teilhabe der Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projektes Schülerhaushalt!

Kompetenzgewinn

Dortmund erfährt, dass und wie wirkliche Beteiligung möglich ist. Angesichts sinkender Wahlbeteiligung zeigt das Projekt Schülerhaushalt einen Weg auf, wie politisches Interesse geweckt wird und was Beteiligung tatsächlich und konkret ausmacht. Ein Modell für andere Aufgaben- und Lebensfelder von Bürgerinnen und Bürgern in Dortmund.

Zuwachs an Transparenz

Dortmund lernt, dass Politik verstehbar und durchschaubar sein kann. Der nicht unbegründeten Feststellung, dass viele Bürgerinnen und Bürger politische Diskurse und Entscheidung oftmals nicht nachvollziehen können, wird durch das Projekt Schülerhaushalt ein realistisches Zukunftsmodell entgegengesetzt. Denn Verstehen gelingt am einfachsten, wenn das Zuverstehende real erlebt und gehändelt wird!

Entwicklung zu mehr Identifikation

Dortmund meint es ernst mit einer Entwicklung, die Betroffene zu Beteiligten, sprich zu Teilhaberinnen und Teilhabern macht. Das setzt die Option realer Veränderung in einem für die Bürgerinnen und Bürger relevanten Umfeld voraus. Das Projekt Schülerhaushalt erfüllt diese Voraussetzung!


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